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Wille des Kindes und Besuchsrecht



Mit 01.07.2001 wurden die Rechte der Kinder gestärkt. Gegen den Willen von über 14-jährigen Kindern hat nicht einmal mehr ein Besuchsrechtsverfahren geführt werden; es wäre ohne weitere Beweisaufnahme quasi abzubrechen.

Aber auch schon vorher wurde die Meinung, der Wille von Kindern über 14 Jahren regelmäßig respektiert und Besuchsrecht zu Eltern oder Großeltern nicht gegen den Willen dieser Kinder durchgesetzt.

Mündige Minderjährige sollen nicht mehr gegen ihren Willen zur Duldung des Besuchsrechtes gezwungen und es soll ihrem Verselbständigungsprozeß bei Durchsetzung des Besuchsrechtes Rechnung getragen werden. Mündige Minderjährige sollen nicht mehr gegen ihren Willen zur Duldung des Besuchsrechtes gezwungen werden. Es ist nämlich nicht sinnvoll, einen mündigen Minderjährigen gegen seinen ausdrücklich erklärten Willen zur Aufnahme des persönlichen Verkehrs zu zwingen, weil dadurch seine ablehnende Haltung nur noch vertieft und verstärkt würde. Eine anständige, von gegenseitiger Achtung und Zuneigung getragene Begegnung kann nämlich nicht erzwungen werden, und ein mit Zwangsmitteln gegen den Willen des mündigen Minderjährigen durchgesetzter persönlicher Verkehr widerspricht jedenfalls dem Kindeswohl.

Jüngere Kinder können hingegen auch gegen ihren Willen zu einem Besuchsrecht verhalten werden.

Anmerkung: "Gegen ihren Willen" klingt sehr rücksichtslos. Der Hintergrund ist aber, dass jüngere Kinder oft zwar eine Ablehnung verbalisieren (nach außen hin ausdrücken), aber tatsächlich sehr wohl ein Bedürfnis nach Kontakt haben bzw. nicht einschätzen können wie wichtig der Kontakt für die gesunde psychische Entwicklung ist. die psychologischen Test dienen dazu, an die nicht geäußersten Bedürfnisse der Kinder heranzukommen, bzw. diese herauszufinden.

Beruft sich die Mutter auf "Widerstände" des Kindes gegen ein Besuchsrecht des Vaters sowie auf die Willensstärke und Unabhängigkeit des Kindes in der Besuchsrechtsangelegenheit, dann versagt dieses Argument, wenn es an der Mutter liegt, die von ihr ausgehende negative Beeinflussung des Kindes gegenüber dem Vater abzubauen oder zumindest den Vater dem Kind neutral darzustellen.

Der erziehungsberechtigte Elternteil ist verpflichtet, einer unberechtigten Ablehnung des persönlichen Kontaktes zum anderen Elternteil durch das Kind entgegenzuwirken.

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